Carl G. Hardt Stephan Roeder Andrea L. Tralles Abspann
A n d r e a   L.  T r a l l e s.   Randbemerkungen von Carl G. Hardt
Berlin, 08. März 2002
Berlin, 02. August 1992. Auf dem Alexanderplatz. Ein bisschen abwesend, immer nur an meine Filmprojekte denkend, habe ich, Carl G. Hardt, eine junge Frau ziemlich grob gerempelt, ja fast umgerannt. Anstatt einer Entschuldigung rutschte mir nur die zweckdienliche Bemerkung heraus: "Sag mal, kannst Du ordentlich deutsch?" Geistesgegenwärtig antwortete die Frau mit einem Schmunzeln im Gesicht: "Ich glaube, dass ich soetwas ähnliches seit 3 Jahren studiere, hoffe ich jedenfalls."
So begann meine poltrige Zusammenarbeit mit Andrea L. Tralles, die bis heute unvermindert anhält.
Andrea L.T. studierte Theaterwissenschaften an der Humboldt­universität zu Berlin und begann nach ihrem Abschluss 1998 ein berufliches Eigenleben zu führen. Sie inszeniert Theaterstücke (z.B. "Das Bildnis des Dorian Gray"), gibt Sprechunterricht für Musiker, Schauspieler und veranstaltet kulturelle Ereignisse für Auserwählte.
Mehrere Studienreisen und Praktika in Australien, England und anderswo waren für Andrea L.T. notwendig, um sich die Distanz zum Filmemachen zu bewahren. So dass sie immer mit dem "Blick von Außen" allen Filmen den letzten Schliff geben konnte, der mir mit meiner nur "Innenansicht" versagt blieb.
Seit unserer anstößigen Begegnung hat Andrea L.T. meine Manuskripte und Exposes schamlos gekürzt, überarbeitet und ohne Respekt ergänzt.
Wir haben nicht wenige Magazinbeiträge an die ARD, das ZDF und der DW verkauft und nach dem Schnitt gemeinsam den Text aus den Unterarmen geschüttelt.
Bei dem filmischen Reigen "Die PROSKAUER" (SFB, 1993) bis hin zum Filmporträt "Bolivien - Im Reich der Pachamama" (WDR/SWR, 1999) sind wir die Co-Autoren, in der Zeit dazwischen mussten heitere Filmerzählungen realisiert werden, wie "Rußland - Jetzt Schlägt´s Dreizehn" (3sat, 1994), "Cuba - Unterm Rad" (2000), u.a.m.
In dieser lockeren Co-Atmosphäre entstanden auch Drehbücher: "Daniel Gottlieb Messerschmidt, der Entdecker Sibiriens" (1992), "Zeitläufe - Einblicke in das Jahrhundert" (1993) und natürlich "flüstern & SCHREIEN - Die Fortsetzung" (MDR/ORB, 1994).
Die nun allerletzte Filmbemühung war in logischer Folgezwangsrichtigkeit das bild- und tongewaltige Kleinod: "ACHTUNG! WIR KOMMEN. Und wir kriegen Euch alle." (100 min/2002).
Ich glaube, ganz so schlecht ist das Arbeitsergebnis unserer 10-jährigen Filmübungen nicht zu bewerten.
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